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Künstliche Intelligenz

Datenqualität vor AI-Projekten: die unterschätzte Vorarbeit

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Kein Modell gleicht schlechte Daten aus. Wer zuerst die Grundlagen ordnet, erreicht mit einfachen Mitteln bessere Ergebnisse als mit teurer Technik.

Die vier häufigsten Datenprobleme

In Projekten begegnen uns immer wieder dieselben Muster: doppelte Datensätze, veraltete Informationen, uneinheitliche Bezeichnungen und fehlende Zuständigkeiten. Jedes dieser Probleme senkt die Trefferquote eines Systems spürbar.

Der Aufwand für die Bereinigung ist meist kleiner als befürchtet, weil sich Fehler häufig auf wenige Quellen konzentrieren.

Ein pragmatisches Vorgehen

So starten Sie ohne großes Programm:

  • Die zehn wichtigsten Datenfelder für den Anwendungsfall benennen
  • Für jedes Feld eine verbindliche Quelle festlegen
  • Regeln für Schreibweisen und Pflichtangaben definieren
  • Verantwortliche Person und Prüfrhythmus eintragen

Rechtliche Grundlagen klären

Prüfen Sie vor der Nutzung, auf welcher Grundlage Daten verarbeitet werden und wie lange sie gespeichert bleiben dürfen. Diese Klärung gehört an den Anfang, weil sie den zulässigen Umfang des Projekts bestimmt.

Der Nutzen zeigt sich schnell

Bereits nach wenigen Wochen sinken Nacharbeit und Rückfragen, Auswertungen werden verlässlicher und Automatisierungen funktionieren stabiler. Diese Verbesserung wirkt unabhängig davon, welches Werkzeug später eingesetzt wird.

Saubere Daten sind der günstigste Weg zu besseren Ergebnissen.

Warum Datenqualität die Basis für jedes erfolgreiche AI-Projekt ist

Künstliche Intelligenz ist kein Zauberwort, das aus schlechten Daten automatisch Gold macht. Im Gegenteil: Die Qualität der Ergebnisse eines AI-Systems steht in direktem Verhältnis zur Qualität der Daten, mit denen es trainiert und betrieben wird. Wer diesen Zusammenhang ignoriert, investiert viel Geld in Technik, die letztlich falsche oder nutzlose Auswertungen liefert. Ein typisches Beispiel ist ein AI-gestütztes Empfehlungssystem, das Kunden Produkte vorschlägt, die sie bereits gekauft haben, weil die Kaufhistorie nicht korrekt aktualisiert wurde. Oder ein Chatbot, der falsche Öffnungszeiten nennt, weil er mit veralteten Daten gefüttert wird. Die Frustration beim Endnutzer ist hoch und der Vertrauensverlust kann nachhaltig sein.

Stellen Sie sich vor, ein Logistikunternehmen in Österreich möchte mit AI die Lieferrouten optimieren. Wenn die Daten zu Kundenstandorten ungenau sind, Hausnummern fehlen oder Straßennamen falsch geschrieben sind, kann die AI keine effizienten Routen berechnen. Das Ergebnis sind längere Fahrzeiten, höhere Treibstoffkosten und unzufriedene Kunden, die auf ihre Lieferung warten. Eine Investition in die Bereinigung der Adressdatenbank im Vorfeld, etwa durch automatische Adressvalidierung und manuelle Kontrolle auffälliger Einträge, würde sich hier schnell amortisieren. In einem Fall senkte ein mittelständisches Transportunternehmen in der Steiermark seine Lieferkosten um 8 Prozent, nachdem die Qualität seiner Adressdatenbank durch ein initiales Bereinigungsprojekt um 15 Prozent verbessert wurde.

Welche Kosten verursachen schlechte Daten?

Schlechte Datenqualität ist ein heimlicher Kostenfaktor, der sich auf vielfältige Weise im Unternehmen manifestiert. Diese Kosten sind oft nicht direkt auf den ersten Blick erkennbar, summieren sich aber schnell zu beträchtlichen Beträgen. Zu den direkten Kosten gehören zum Beispiel der höhere Personalaufwand für manuelle Korrekturen, die Neuanlage von Datensätzen aufgrund von Duplikaten oder der verschwendete Marketing-Spend für unzustellbare Mailings. Indirekte Kosten sind schwieriger zu beziffern, aber mindestens ebenso relevant: verlorene Kunden durch fehlerhafte Kommunikation, verpasste Verkaufschancen durch ungenaue Marktanalysen oder strategische Fehlentscheidungen auf Basis falscher Kennzahlen. Auch der Reputationsschaden durch öffentlich sichtbare Fehler, etwa bei einer falschen Produktbeschreibung auf der Website, ist nicht zu unterschätzen.

Eine Studie von IBM schätzte die jährlichen Kosten schlechter Datenqualität in den USA auf 3,1 Billionen Dollar. Für ein durchschnittliches Unternehmen bedeutet dies, dass 15 bis 25 Prozent der Ressourcen für die Bewältigung von Datenproblemen aufgewendet werden müssen. Ein österreichisches E-Commerce-Unternehmen stellte fest, dass 12 Prozent seiner Kundenanfragen auf fehlerhafte Produktinformationen zurückzuführen waren. Die Behebung dieser Fehler und die Bearbeitung der Beschwerden kosteten das Unternehmen jährlich über 50.000 Euro, bevor eine gezielte Datenqualitätsinitiative gestartet wurde. Durch die Verbesserung der Produktstammdaten konnten diese Kosten innerhalb von sechs Monaten um 70 Prozent reduziert werden.

Die häufigsten Quellen für Datenprobleme und wie man sie identifiziert

Datenprobleme entstehen selten aus böser Absicht, sondern sind oft das Ergebnis unzureichender Prozesse, fehlender Standards und menschlicher Fehler bei der Dateneingabe. Die Identifizierung dieser Quellen ist der erste Schritt zur nachhaltigen Verbesserung der Datenqualität.

  • Manuelle Dateneingabe: Tippfehler, unterschiedliche Schreibweisen oder das Weglassen von Informationen sind häufige Probleme. Ein Vertriebsmitarbeiter trägt "Muster GmbH" ein, ein anderer "Muster GesmbH", ein dritter "Muster Gmbh & Co KG". Schon hat man drei Einträge für ein und dasselbe Unternehmen.
  • Systemintegrationen: Bei der Übertragung von Daten zwischen verschiedenen Systemen, etwa vom CRM ins ERP oder vom Online-Shop ins Warenwirtschaftssystem, können Inkonsistenzen entstehen. Felder werden falsch gemappt, Datentypen passen nicht zueinander oder Aktualisierungen werden nicht synchronisiert.
  • Fehlende oder unklare Definitionen: Wenn nicht klar ist, was genau in ein bestimmtes Feld gehört (z.B. "Kundentyp"), führt dies zu inkonsistenten Einträgen. Ist "Stammkunde" ein Kundentyp oder eine Beschreibung?
  • Alte Datenmigrationen: Bei der Übernahme von Altdaten in neue Systeme werden oft bestehende Fehler mitübernommen oder neue durch die Migration erzeugt, ohne dass eine Bereinigung stattfindet.
  • Fehlende Datenvalidierung: Wenn Systeme keine Plausibilitätsprüfungen durchführen (z.B. E-Mail-Format, Postleitzahl zu Ort), können beliebige fehlerhafte Daten eingegeben werden.
  • Externe Datenquellen: Daten, die von Drittanbietern bezogen oder durch externe Dienstleister erfasst werden, können ebenfalls Qualitätsmängel aufweisen, die nicht immer sofort ersichtlich sind.

Um diese Quellen zu identifizieren, kann eine Datenprofiling-Software eingesetzt werden, die Muster und Anomalien erkennt. Ein manueller Ansatz ist die Befragung von Mitarbeiter:innen, die täglich mit den Daten arbeiten. Sie können wertvolle Hinweise auf "Schmerzpunkte" und wiederkehrende Fehler geben. Führen Sie Workshops durch, um diese Probleme zu sammeln und zu priorisieren. Ein mittelständisches Dienstleistungsunternehmen in Wien identifizierte in solchen Workshops sechs kritische Datenfelder, die in 70 Prozent der Fälle fehlerhaft waren. Die systematische Korrektur und Definition von Eingaberegeln für diese Felder führte zu einer deutlichen Steigerung der Datenqualität im Kundendatenbestand.

Wie kann ein Unternehmen Datenqualität systematisch verbessern?

Die Verbesserung der Datenqualität ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Ein systematischer Ansatz ist entscheidend, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

1. Datenqualitätsstrategie definieren

  • Legen Sie fest, welche Daten für Ihre Geschäftsprozesse und AI-Anwendungen kritisch sind. Nicht jede Datenzeile muss perfekt sein, aber die Kerninformationen müssen stimmen.
  • Definieren Sie klare Qualitätsziele, z.B. "98 Prozent aller Kundennamen sind eindeutig und korrekt" oder "Maximal 1 Prozent der Produktbeschreibungen enthalten Fehler".
  • Verknüpfen Sie diese Ziele mit den Geschäftszielen. Wenn der Umsatz durch personalisierte Angebote gesteigert werden soll, muss die Datenqualität der Kundensegmente sehr hoch sein.

2. Daten erfassen und analysieren

  • Führen Sie ein Daten-Audit durch. Welche Daten existieren? Woher kommen sie? Wer ist verantwortlich?
  • Nutzen Sie Datenprofiling-Tools, um Metriken wie Vollständigkeit, Konsistenz, Eindeutigkeit und Aktualität zu messen. Ein Tool zeigt auf, dass 25% der E-Mail-Adressen in der Datenbank ungültig sind oder ein falsches Format haben.
  • Visualisieren Sie die Ergebnisse, um Problembereiche schnell zu erkennen. Ein Dashboard, das den prozentualen Anteil fehlender Werte in wichtigen Feldern anzeigt, ist hier hilfreich.

3. Daten bereinigen und anreichern

  • Priorisieren Sie die Bereinigungsmaßnahmen basierend auf den identifizierten Kosten und Risiken. Starten Sie mit den Daten, die den größten Business Impact haben.
  • Nutzen Sie Automatisierung für einfache Aufgaben, z.B. Duplikatsentfernung oder Standardisierung von Adressen. Manchmal müssen aber auch manuelle Korrekturen erfolgen, etwa bei unklaren Einträgen.
  • Ergänzen Sie fehlende Daten mit externen Quellen, wo sinnvoll und zulässig. Eine Anreicherung von B2B-Kundendaten mit Firmengröße oder Branche kann wertvolle Erkenntnisse für Marketing und Vertrieb liefern. Beachten Sie dabei immer die Entity Clarity für AI-Systeme.

4. Datenqualität sicherstellen und überwachen

  • Implementieren Sie Datenqualitätsregeln direkt in Ihren Dateneingabesystemen, z.B. durch Validierungsprüfungen bei der Formulareingabe.
  • Etablieren Sie kontinuierliche Überwachungsprozesse und Dashboards, um die Datenqualität im Auge zu behalten.
  • Schulen Sie Mitarbeiter regelmäßig im Umgang mit Daten und den definierten Qualitätsstandards.
  • Bestimmen Sie einen "Data Steward" oder ein Team, das für die Datenqualität verantwortlich ist und als Ansprechpartner dient. Eine gute AI Content Operations Strategie beinhaltet auch die Datenpflege.

Ein führendes Schweizer Bankinstitut hat diese Schritte angewendet, um seine Kundendatenbank zu optimieren. Nach einem Jahr konnte das Institut die Anzahl der fehlerhaften Datensätze um 60 Prozent reduzieren, was zu einer Verbesserung der Marketingkampagnen-Ergebnisse um 15 Prozent und einer Reduzierung der manuellen Nachbearbeitungen um 20 Prozent führte.

Der Wert eines Data Governance Frameworks für AI-Projekte

Ein Data Governance Framework ist der organisatorische Rahmen, der Regeln, Prozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten für den Umgang mit Daten im Unternehmen festlegt. Es ist das Rückgrat für jede ernsthafte Datenqualitätsinitiative und damit unerlässlich für erfolgreiche AI-Projekte.

Warum ist Data Governance so wichtig?

  • Klarheit über Datenherkunft: Es definiert, woher Daten kommen, wer sie erstellt hat und wer die primäre Quelle ist. Dies ist entscheidend für die Vertrauenswürdigkeit der Daten.
  • Standardisierung: Es legt einheitliche Definitionen, Formate und Qualitätsstandards für alle relevanten Daten fest. Ohne diese Standards kann eine AI keine konsistenten Muster erkennen.
  • Compliance und Rechtssicherheit: Es stellt sicher, dass Daten entsprechend gesetzlicher Vorgaben wie der DSGVO verarbeitet und gespeichert werden. Das ist besonders wichtig, wenn AI-Systeme mit personenbezogenen Daten arbeiten. Eine frühzeitige Klärung der rechtlichen Grundlagen ist essenziell und kann zum Beispiel über eine digitale Beratung erfolgen, siehe Digitale Beratung.
  • Risikomanagement: Es hilft, Risiken im Zusammenhang mit Datenlecks, Fehlern oder Missbrauch zu minimieren.
  • Entscheidungsfindung: Durch hochwertige, vertrauenswürdige Daten können fundiertere Geschäftsentscheidungen getroffen werden.

Ein Data Governance Framework beinhaltet oft folgende Elemente:

  • Data Policy: Eine übergeordnete Richtlinie, die die allgemeine Haltung des Unternehmens zu Daten definiert.
  • Data Stewardship: Die Benennung von Personen oder Teams, die für die Qualität, Sicherheit und Einhaltung von Richtlinien für bestimmte Datenbereiche verantwortlich sind.
  • Datenkatalog: Eine Art "Daten-Landkarte", die alle relevanten Datenbestände, ihre Bedeutung und ihre Metadaten beschreibt.
  • Prozesse und Workflows: Definierte Abläufe für Datenerfassung, -speicherung, -verarbeitung und -löschung.
  • Technologien: Tools und Systeme, die die Umsetzung des Frameworks unterstützen (z.B. Master Data Management Systeme, Datenqualitäts-Tools).

In einem großen österreichischen Finanzdienstleister wurde ein umfassendes Data Governance Framework implementiert, um die Datenbasis für die Entwicklung neuer AI-basierter Betrugserkennungssysteme zu schaffen. Die Einführung dauerte 18 Monate und umfasste die Schulung von über 100 Mitarbeitern. Als Ergebnis konnte die Genauigkeit der Betrugserkennung von 75% auf 92% gesteigert werden, wodurch jährlich über 2 Millionen Euro eingespart wurden, die zuvor durch Betrugsfälle verloren gingen.

Die Rolle von Master Data Management (MDM) für konsistente Daten

Master Data Management (MDM) ist ein zentraler Bestandteil einer umfassenden Datenqualitätsstrategie, insbesondere wenn es darum geht, konsistente Daten über verschiedene Systeme und Abteilungen hinweg zu gewährleisten. Stammdaten sind die kritischsten Daten eines Unternehmens, wie Kundeninformationen, Produktdaten, Lieferanteninformationen oder Finanzkonten. Sie sind die Basis für operative und analytische Prozesse.

Was leistet MDM?

  • Single Source of Truth: MDM erstellt und pflegt eine einzige, konsistente und verlässliche Version der Stammdaten. Anstatt dass verschiedene Abteilungen ihre eigenen, potenziell widersprüchlichen Versionen eines Kundenstamms haben, gibt es eine zentrale Quelle.
  • Duplikatsvermeidung: MDM-Systeme erkennen und fusionieren doppelte Datensätze, wodurch Inkonsistenzen und Verwirrung vermieden werden.
  • Datenstandardisierung: Es sorgt für einheitliche Formate und Werte, indem es Regeln für die Dateneingabe durchsetzt und Daten automatisch in das gewünschte Format umwandelt.
  • Datenverteilung: Das MDM-System verteilt die "sauberen" Stammdaten an alle angeschlossenen operativen und analytischen Systeme im Unternehmen, z.B. CRM, ERP, E-Commerce-Plattformen.
  • Datenlebenszyklus-Management: Es verwaltet den gesamten Lebenszyklus der Stammdaten, von der Erstellung über die Aktualisierung bis zur Archivierung oder Löschung.

Für AI-Projekte ist MDM von unschätzbarem Wert. Ein AI-Modell, das Kundenverhalten analysieren soll, benötigt eine konsistente Sicht auf den Kunden, unabhängig davon, ob die Daten aus dem Online-Shop, dem Callcenter oder dem Vertrieb kommen. Ohne MDM könnte das AI-System dieselbe Person als mehrere unterschiedliche Kunden identifizieren, was zu fehlschlagenden Analysen und falschen Empfehlungen führt.

Ein führender Baustoffhändler in Deutschland hat ein MDM-System eingeführt, um seine über 100.000 Artikelstammdaten zu konsolidieren. Zuvor gab es erhebliche Inkonsistenzen bei Produktnamen, Maßen und Preisen über verschiedene Lagerstandorte und Verkaufskanäle hinweg. Nach der Einführung des MDM und einer Bereinigungsphase von neun Monaten konnten die Fehler bei der Auftragsbearbeitung um 20 Prozent reduziert und die Effizienz in der Logistik um 10 Prozent gesteigert werden. Dies schuf die Grundlage für eine erfolgreiche Implementierung eines AI-gestützten Preisoptimierungssystems.

Checkliste: Ihre ersten Schritte zur besseren Datenqualität für AI

Sie möchten mit der Verbesserung Ihrer Datenqualität beginnen, wissen aber nicht genau, wo und wie Sie anfangen sollen? Diese Checkliste hilft Ihnen, die ersten wichtigen Schritte zu planen und umzusetzen.

Phase 1: Bestandsaufnahme und Priorisierung

  • Benennen Sie das AI-Projekt, das Sie als Erstes umsetzen möchten (z.B. Chatbot für Kundenservice, personalisierte Empfehlungen, automatisierte Finanzanalyse).
  • Identifizieren Sie die 5 bis 10 wichtigsten Datenfelder, die für dieses AI-Projekt absolut kritisch sind.
  • Ermitteln Sie für jedes dieser Felder die primäre Datenquelle (z.B. CRM, ERP, Website-Analytics).
  • Bewerten Sie die aktuelle Qualität dieser kritischen Datenfelder: Wie viele fehlende Werte gibt es? Wie viele Duplikate? Wie hoch ist der Anteil an fehlerhaften oder inkonsistenten Einträgen? Eine einfache Stichprobe von 100 Datensätzen kann erste Hinweise geben.
  • Dokumentieren Sie die potenziellen Auswirkungen schlechter Datenqualität auf Ihr geplantes AI-Projekt (z.B. "Chatbot liefert falsche Produktinformationen, wenn Artikelbeschreibungen veraltet sind").

Phase 2: Definition und Vorbereitung

  • Definieren Sie klare Standards für die kritischen Datenfelder: Welche Schreibweisen sind erlaubt? Welche Formate müssen eingehalten werden? (z.B. "Datum immer im Format TT.MM.JJJJ", "Produktnummern immer 8-stellig alphanumerisch").
  • Legen Sie für jedes kritische Datenfeld eine verantwortliche Person fest (den "Data Steward"), die sich um die Einhaltung der Standards kümmert.
  • Klären Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Daten im AI-Projekt, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und Speicherdauer. Hier kann ein erster Kostenloser GEO-Check oder eine digitale Beratung hilfreich sein.
  • Planen Sie einen Prüfrhythmus für die Datenqualität dieser Felder (z.B. wöchentliche Stichprobenprüfung, monatliche automatisierte Reports).

Phase 3: Umsetzung und Monitoring

  • Starten Sie mit der Bereinigung eines kleinen, aber kritischen Datenbereichs. Dies ist oft überschaubarer und liefert schnelle Erfolge, die motivieren.
  • Implementieren Sie erste Validierungsregeln direkt in den Dateneingabesystemen, um neue Fehler zu vermeiden.
  • Schulen Sie die betroffenen Mitarbeiter in den neuen Standards und Prozessen.
  • Messen Sie die Verbesserung der Datenqualität in den ausgewählten Feldern und kommunizieren Sie die Erfolge intern.
  • Skalieren Sie den Ansatz schrittweise auf weitere Datenfelder und Geschäftsbereiche.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein österreichisches Hotelunternehmen wollte einen AI-Chatbot für Buchungsanfragen implementieren. Die Checkliste half ihnen, die Zimmerkategorie-Daten, Preislisten und Verfügbarkeiten als kritisch zu identifizieren. Sie definierten einheitliche Bezeichnungen für Zimmerkategorien ("Einzelzimmer", "Doppelzimmer Standard", "Suite Deluxe") und sorgten dafür, dass die Preisdaten stets aktuell waren. Innerhalb von vier Wochen konnte die Datenqualität der relevanten Felder so weit verbessert werden, dass der Chatbot fehlerfrei Auskünfte geben und Buchungen vermitteln konnte, was zu einer Reduktion der telefonischen Anfragen um 15% führte.

Der Blick in die Zukunft: Datenkultur etablieren

Langfristiger Erfolg mit AI erfordert mehr als nur einmalige Datenbereinigung, es braucht eine tief verankerte Datenkultur. Eine Datenkultur bedeutet, dass jeder im Unternehmen den Wert von Daten versteht und sich für deren Qualität verantwortlich fühlt. Es ist ein Umdenken, das Daten nicht nur als lästige Notwendigkeit, sondern als wertvolles Gut begreift, das es zu pflegen gilt. Dies geht Hand in Hand mit einer strategischen Digitalisierung und den richtigen technologischen Entscheidungen, wie zum Beispiel der Frage nach Headless CMS oder klassischem System für die Datenhaltung von Inhalten.

Eine gelebte Datenkultur äußert sich in folgenden Punkten:

  • Datenkompetenz: Mitarbeiter aller Abteilungen werden in Datenkompetenz geschult. Sie verstehen, wie ihre tägliche Arbeit die Datenqualität beeinflusst und welche Auswirkungen das auf andere Bereiche oder AI-Systeme hat.
  • Datengesteuerte Entscheidungen: Entscheidungen werden nicht mehr aus dem Bauch heraus getroffen, sondern basieren auf fundierten Datenanalysen. AI-Systeme werden zu einem integralen Bestandteil der Entscheidungsfindung.
  • Transparenz: Der Zugriff auf Daten und die Metadaten wird transparent gestaltet. Jeder weiß, welche Daten wo liegen, wer dafür zuständig ist und welche Qualität sie haben.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Die Datenqualität wird als kontinuierlicher Prozess verstanden, der ständige Anpassung und Optimierung erfordert. Es gibt feste Prozesse für Feedback und Verbesserungen.
  • Verantwortlichkeit: Klare Verantwortlichkeiten für Daten sind etabliert, von der Unternehmensleitung bis zum einzelnen Mitarbeiter.

Die Etablierung einer Datenkultur ist ein langfristiges Projekt, das jedoch immense Vorteile für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens bietet. Es ermöglicht nicht nur den erfolgreichen Einsatz von AI, sondern steigert auch die Effizienz, minimiert Risiken und fördert Innovation. Wer seine Daten ernst nimmt, schafft die Grundlage für eine digitale Transformation, die nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität Mehrwert schafft. Dies ist auch eng verbunden mit der Art und Weise, wie ein Unternehmen seine Botschaften formuliert, selbst die Markenstimme in Zeiten von AI profitiert von klaren, konsistenten Daten.

Ihr nächster Schritt

Die Datenqualität ist die unbestrittene Basis für jedes erfolgreiche AI-Projekt. Unterschätzen Sie diese Vorarbeit nicht. Ein gut durchdachter Plan und eine schrittweise Umsetzung führen Sie zu verlässlichen AI-Ergebnissen und echten Wettbewerbsvorteilen. Wir bei Zensations verstehen diese Herausforderungen. Als Digitalagentur mit Fokus auf Strategie und Umsetzung helfen wir Ihnen gerne dabei, Ihre Daten auf AI vorzubereiten.

Sie möchten dieses Thema für Ihr Unternehmen umsetzen? Wir prüfen Ihre Ausgangslage, benennen die drei wirksamsten Maßnahmen und nennen Ihnen Aufwand und Zeitrahmen. Schreiben Sie uns an office@zensations.at oder starten Sie mit dem kostenlosen GEO-Check. Wenn Sie ein Projekt mit unserem Team besprechen möchten, finden Sie hier Kontakt zu uns.

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Quellen und Standards

  • Datenschutz-Grundverordnung
  • ISO 8000 Datenqualität

Häufige Fragen

Wie erkennt man schlechte Datenqualität?

An hohem Korrekturaufwand, widersprüchlichen Auswertungen und vielen Rückfragen im Team.

Wie lange dauert eine Bereinigung?

Für einen klar abgegrenzten Bereich meist zwei bis sechs Wochen.

Lohnt sich eine eigene Rolle dafür?

Ab mittlerer Unternehmensgröße ja, mindestens als Teilaufgabe mit fixem Zeitbudget.

Ihr nächster Schritt

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